Warum die Grüne Keiljungfer dringend die Paar-Reaktivierung braucht
Servus liebe Goachat-Freunde,
wer von euch in den letzten Wochen an den warmen Tagen im Goachat unterwegs war, hat es vielleicht schon bemerkt: Unser Goacht direkt vor der Haustür Schrobenhausens lebt! Es summt, brummt und zwitschert. Doch zwischen all den politischen Diskussionen, dem Ärger um den aktuellen Stillstand bei den Grundstücksverhandlungen und den dicken Gesetzestexten wollen wir heute mal den Blick auf jemanden richten, für den das Goachat schlicht und ergreifend das Überleben bedeutet: Die Grüne Keiljungfer.
Sie ist einer der heimlichen „Stars“ unseres Goachats. Doch genau wie wir wartet diese faszinierende Libellenart sehnsüchtig darauf, dass sich an der Alten Paar endlich wieder etwas bewegt.
Wer ist eigentlich die Grüne Keiljungfer?
Die Grüne Keiljungfer (Ophiogomphus cecilia) ist eine wunderschöne, leuchtend smaragdgrün-schwarz gemusterte Flusslibelle. Sie ist eine echte Spezialistin und stellt ganz besondere Ansprüche an ihre Heimat. Während andere Libellen sich mit jedem Dorfteich zufriedengeben, ist die Keiljungfer extrem anspruchsvoll.
Sie braucht:
- Fließendes, sauberes Wasser: Ihre Larven vergraben sich im sandigen oder feinkörnigen Kiesbett von Fließgewässern.
- Sauerstoff und Dynamik: Wo das Wasser steht oder verschlammt, hat der Nachwuchs keine Chance.
- Naturnahe Ufer: Strukturreiche Auenlandschaften, in denen sie jagen und auf Partnersuche gehen kann.
Kurz gesagt: Das historische Goachat, wie es früher einmal war, ist der absolute Traumurlaubsort für diese bedrohte Art.
Das Problem: Wenn der Fluss zum Stehen kommt
Wie ihr aus unserem letzten Update wisst, hakt es bei der Paar-Reaktivierung momentan leider an den Grundstücksfragen. Für uns Menschen bedeutet das vor allem bürokratischen Frust – für die Natur bedeutet es verlorene Zeit.
Durch die historischen Begradigungen und Kanalisierungen hat die Paar viel von ihrer ursprünglichen Dynamik verloren. Wo das Wasser nicht mehr richtig fließen und die Aue nicht mehr atmen kann, lagert sich Schlamm ab. Das Kiesbett erstickt – und damit auch die Kinderstube der Grünen Keiljungfer. Sie profitiert massiv von einer Reaktivierung der Altgewässer, denn erst die Rückkehr zu einem lebendigen, fließenden Zustand schafft wieder die dringend benötigte Habitatvielfalt.
Kein „Wunschkonzert“, sondern gesetzliche Pflicht
Dass wir die Paar reaktivieren wollen, ist übrigens keine bloße Träumerei von uns als Verein. Es ist ein offizielles Ziel, das fest im FFH-Managementplan für das Schutzgebiet „Paar und Ecknach“ verankert ist.
Zudem drängt die Zeit von gesetzlicher Seite: Die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) fordert bis spätestens 2027 den „guten ökologischen Zustand“ unserer Flüsse ein. Das Bayerische Landesamt für Umwelt macht es mit seinen Leitfäden deutlich: Ökologisch wertvolle und klimaangepasste Bäche sind Pflichtaufgaben für den modernen Hochwasser- und Naturschutz.
Wie fantastisch so etwas in der Praxis aussehen kann, hat das zuständige Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt übrigens schon bewiesen: Bei der erfolgreichen Renaturierung der Paarschleife bei Freinhausen im Herbst 2022 wurde gezeigt, wie schnell die Natur (und die Fische und Insekten) solche neuen Lebensräume wieder erobert!
Was wir jetzt tun können
Auch wenn es politisch gerade zäh ist: Wir lassen uns nicht entmutigen. Die Grüne Keiljungfer zeigt uns genau, wofür wir hier eigentlich kämpfen. Es geht nicht nur um Paragraphen, sondern um den Erhalt unserer einzigartigen Heimat.
Wie du uns jetzt unterstützen kannst:
- Weitersagen: Teile diesen Beitrag und erzähle Freunden und Nachbarn von der Grünen Keiljungfer. Je mehr Schrobenhausener verstehen, warum die Paar-Reaktivierung so wichtig ist, desto größer wird der Rückhalt in der Bevölkerung.
- Mitmachen: Du bist noch kein Mitglied? Dann wird es höchste Zeit! Jeder Kopf und jede Stimme stärkt unsere Position bei den Behörden.
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Bleibt aktiv, wir sehen uns im Goachat!
Euer Team vom Goachat e.V.
📚 Unsere Quellen & Weiterführende Informationen
(Tipp: Diese wissenschaftlichen und behördlichen Grundlagen zeigen, dass unsere Arbeit Hand und Fuß hat ):
- Wasserwirtschaftsamt Ingolstadt: Projekte und Referenzen zur Renaturierung (z. B. Paarschleife Freinhausen).
- Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU): Leitfäden zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) in Bayern.
- Bundesamt für Naturschutz (BfN): Schutz von Flussauen und grundwasserabhängigen Landökosystemen.
- Offizieller Managementplan für das FFH-Gebiet „Paar und Ecknach“.
- Chronik des Aktionsbündnisses: Dokumentation der Historie von „Rettet das Goachat“.
Gemeinsam für ein lebendiges Goachat!
Wir schützen das einzigartige Goachat vor den Toren Schrobenhausens und setzen uns für den Erhalt ein. Unterstütze uns dabei, der Natur eine starke Stimme zu geben!
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